Was ist nur aus der „holden Weiblichkeit“ geworden?

Spontaner Input von Waltraud Waibel, Teamleitung Jugendreff Dreirosen

Was ist nur aus der „holden Weiblichkeit“ geworden? Was soll noch aus ihr werden? Gerade mal 13 bis 15 Jahre jung, den Babyspeck teilweise noch auf den Rippen, doch schon jede Menge Schandwörter auf den Lippen! Sich gegenseitig zicken, mobben, schlagen, belügen und betrügen; die Jungs bis ins Männerklo verfolgen - abwechslungsweise traktieren und kokettieren. Jeden Tag hüpfen und rennen die Girls gruppenweise durch unsere Räume und halten uns extrem auf Trab. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht intervenieren müssen: Sei es, dass wieder einmal die eine von der anderen mit dem Natel "misslich" fotografiert wurde - und jene die Bilder dann weitergegeben hat -; sei es, dass sie sich gegenseitig als Schlampen tituliert haben oder die eine der anderen den Freund ausgespannt hat. Darüber hinaus müssen wir konservativ eingestellten türkischen Vätern und Onkels  erklären, dass wir eine seriöse Institution sind, dass uns Moral und Anstand ebenso wichtig sind wie ihnen - und wir die betroffenen Mädchen auch vor Übergriffen der auf Ehre bedachten Familienmänner schützen. Zum Glück können wir in Extremfällen auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Jugend- und Präventionspolizei zurückgreifen. Die sind zur Not einmal sogar aus ihrem Feierabend extra zur Unterstützung bei uns vorbeigekommen! Herzlichen Dank!