Von Elsbeth Meier, Mitglied der BFA-Geschäftsführung
In seinen alten Räumlichkeiten an der Müllheimerstrasse 87 hat unser Team von Mädona während zehn Jahren das Kunststück vollbracht, einen aufs Quartier zugeschnittenen, sehr niederschwelligen Treffpunkt für Mädchen aus unterschiedlichsten Kulturen aufzubauen: Ein Kunststück deshalb, weil auf 65 Quadrametern, inkl. Küche und Büro, für das Treffleben nicht gerade viel Platz zur Verfügung stand. Vielleicht bedeutete diese Kleinräumigkeit ja anfänglich auch eine Stärke, verbreitete eine gewisse Gemütlichkeit. Es war jedoch unmöglich, dass mehr als eine Gruppe von Mädchen im Treffbetrieb agieren konnte. Auch die Möglichkeiten für Aktivitäten waren mit der Zeit doch sehr eingeschränkt. Wegen Investitionen, vor allem in Sachen Brandschutz, die am alten Standort hätten getätigt werden müssen, entschied die BFA, ein neues Lokal zu suchen. Trotzdem verlässt das Mädona die alten Räume auch mit einem weinenden Auge, denn der Mädchentreff war hervorragend ins Quartier integriert und bei seinen Kundinnen sehr beliebt. An der Unteren Regbasse 27 findet das Mädona nun eine neue Heimat. Wir hoffen hier mit den zentral gewählten Örtlichkeiten auch Mädchen aus anderen Quartieren ansprechen zu können - und ein breiteres Angebot zu ermöglichen. Denn ein Zuwachs von knapp doppelt so viel Raum lässt frische Visionen zu!
Ist Mädchenarbeit noch aktuell?
Mädchenarbeit bedeutet, für Mädchen aus verschiedensten Kulturen und unterschiedlichen Altersgruppen geschlechterspezifische Freiräume zu schaffen. Hier sollen sie experimentieren und sich ihren Anliegen widmen können. Mädchenarbeit bedeutet immer auch Beziehungsarbeit, bedeutet Austausch, Kommunikation über Probleme und Anliegen, Sorgen und Freuden. Mit Mädchenarbeit ist aber auch weiterhin ein gesellschaftliches Anliegen verbunden. Mädchen unterschiedlichster Herkunft soll die Teilhabe an unserer - und damit die Integration in unsere - Gesellschaft erleichtert werden. Mädona, das einzige Angebot dieser Art in Basel für Mädchen und junge Frauen, arbeitet deshalb schon lange sehr niederschwellig. Das heisst: Die Mädchenarbeiterinnen orientieren sich vollumfänglich an den Bedürfnissen der Besucherinnen. Dies sind Mädchen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren, welche aus den verschiedensten Regionen dieser Welt kommen. Mädchen, die für Jugendtreffs noch zu jung sind und Mädchen, die den Jugendtreff - da die Geschlechter dort gemischt sind - nicht besuchen dürfen oder wollen.
Ein äussert zeitgemässes Angebot
Mädona stellt übrigens keineswegs ein Relikt aus vergangenen, feministisch angestaubten Zeiten dar, sondern ein äusserst zeitgemässes Angebot. Dies wird durch die hohe Anzahl von Mädchen illustriert, welche den Treff regelmässig aufsuchen. Aber auch die vielen Anfragen von anderen Organisationen für Zusammenarbeit, die an den Treff herangetragen werden, sind ein Beleg dafür. So startet etwa im Januar 2011 ein Projekt, das vom „Netzwerk 4057“ ins Leben gerufen wurde. Das Mädona-Team bietet zudem das Wahlfach „Mädchensachen“ für die Orientierungsschule Insel an. Auch erste Gespräche mit dem „Café Seconda“ für eine Zusammenarbeit sind im Gange.



