Mädchenpower an der Unteren Rebgasse 27

Von Christian Platz, BFA-Vorstand

Mädona, der Mädchentreffpunkt der BFA, das einzige Angebot dieser Art in der Region, hat sich in seinem neuen Domizil bestens etabliert: An der Unteren Rebgasse 27 fühlen sich die Girls und das Team richtig wohl, die Stimmung ist ausgelassen – und die Zahl der Mädchen, die den Treff aufsuchen, hat sich signifikant erhöht. Lange Zeit haben die Mädona-Frauen an der Mülheimerstrasse beeindruckende Aufbauarbeit geleistet, in einer kleinen, aber gemütlichen Wohnung, die mit der Zeit einfach zu eng geworden ist. Schon seit Jahren hat die BFA deshalb nach neuen Räumen für den Treff gesucht: Mit tatkräftiger Mithilfe der Bürgergemeinde der Stadt Basel, der Christoph Merian Stiftung, der GGG und weiterer Stiftungen konnte das Mädona nun endlich auf neue Beine gestellt werden.

„Zuerst war ich gegen den Umzug…“
Die achtzehnjährige Adelina gehört schon seit ihrer Primarschulzeit zu den Stammkundinnen des Mädona. Der Treff ist zu einem wichtigen Teil ihrer persönlichen Geschichte geworden. Als sie erstmals vom Umzug hörte, reagierte sie skeptisch: „Am Anfang war ich total gegen den Umzug, ich habe das alte Mädona geliebt. Aber jetzt gefallen mir die neuen Räume sehr gut. Sie sind modern, schön und geräumig. Hier ist natürlich viel mehr möglich als vorher.“ Auch ihre jüngere Schwester Elsudina (16) fühlt sich im Mädchentreff daheim: „Ich fühle mich hier wohl und werde verstanden, mit den Leuten vom Team kann ich über alles reden. Wir haben es so lustig zusammen. Ich bin sehr froh, dass es das Mädona gibt.“

„Mädchenzone!“
An der Tür hängt ein Schild, das den Treff ganz klar als „Mädchenzone“ definiert. Wer den ehemaligen Tabakladen betritt, kommt in eine geräumige, gemütliche helle Stube. Wo vielleicht Praktikantin Sabi gerade mit einigen Girls zusammen lauthals über eine lustige Bemerkung lacht, zwei Mädchen auf dem Sofa sitzen und zusammen lernen, ganz vertieft in ihre aufgeklappten Schulhefte, während eine andere ihrer Kollegin einen kleinen Tanzschritt zeigt… Im Mädona ist vieles möglich: An guten und an schwierigen Tagen. Arielle (13) bringt es auf den Punkt: „Es hat einen Tanzraum, einen Kinoraum, wir haben es lustig, können aber auch über sehr ernste Dinge reden, wir essen zusammen Znacht, feiern Geburtstage, machen auch mal einen Ausflug. Hier können wir mehr erleben, als wenn wir zuhause vor dem Fernseher hocken würden!“

„Mit Buben wäre es unruhiger“
Sara (12) findet es gut, dass es einen Ort gibt, an dem sie und ihre Freundinnen ungestört unter sich sein können: „Mit Buben zusammen wäre es viel unruhiger. Sie würden sagen – jetzt sind wir da und wollen unser Ding durchziehen. Ein Mädchentreff ist etwas Tolles.“ Soraya (13) kommt neu ins Mädona, sie reist extra aus Frick an die Untere Rebgasse: „Ich finde es super!“

„Carmen und Angie verstehen uns“
Die grosse Stube im Eingangsbereich, eine Kuschelecke, ein Büro, ein Kinoraum, Tanzraum und Lounge im Keller: Endlich hat das Mädona die Räume, die es verdient. Damit ist es zum grössten Mädchentreff der Schweiz geworden, mit dem vielfältigsten Angebot. Irvania (12) sagt: „Der Tanzraum ist schön gross, hier üben wir auch schwierige Sachen, wie HipHop-Schritte und Jerk. Aber am coolsten ist es einfach mit Carmen und Angie zusammen, die verstehen uns.“

„Eine intensive Zeit“
Carmen Büche und Angélique Orlando sind die Co-Leiterinnen des Treffs. Den Umzug und die neue Einrichtung haben sie mit den Girls gemeinsam geplant; Carmen Büche: „Wir haben uns in Kataloge vertieft, haben zusammen über Farben und Möbel nachgedacht. Das war eine intensive Zeit. Wir ernten am neuen Ort nun viel mehr Aufmerksamkeit als vorher, viel mehr Laufkundschaft auch. Seit wir hier sind, haben uns mindestens 190 verschiedene Mädchen besucht. Diese Frequenz wäre vorher undenkbar gewesen. Die geographische Nähe des Lokals zum Kleinbasler Rotlichtmilieu hat anfangs bei einigen Leuten Bedenken geschürt. Aber bis jetzt haben wir in diesem Quartier keinerlei Probleme gehabt – ganz im Gegenteil.“

„Mädchensachen“
Ein weiterer Faktor, der die Bekanntheit des Mädona zusätzlich erhöht, ist das Wahlfach „Mädchensachen“ in Zusammenarbeit mit der Orientierungsschule Insel, das die beiden im Treff seit einiger Zeit realisieren können. Angélique Orlando: „Da geht es um ganz verschiedene Themen. Wir präsentieren jeden Dienstag einen anderen Schwerpunkt. Da ging es etwa schon um Mobbing und Gewalt, um den Umgang mit Internet und Online Communities, um Ernährung, Alkohol, Sexualität und vieles mehr. Dabei arbeiten wir eng mit hervorragenden Expertinnen zusammen.“ Auch die vielen Vernetzungen des Hauses, mit dem Café Secondas, der Aidshilfe oder der Präventionsabteilung der Polizei zum Beispiel, laufen prima. Irvania: „Einmal waren wir mit der Wahlfach-Klasse sogar beim Basler Boxclub, nebenan in der Kaserne, das fand ich ja total interessant.“

Sie sind stolz auf ihr Mädona…
Die Mädchen, die hier verkehren, sind sichtlich stolz auf ihr Mädona. Das hat sich kürzlich auch an einer Flyer-Aktion für den Treff gezeigt, die das Team und die Girls in der Innerstadt durchgezogen haben. Carmen Büche: „Die Flyer waren im Eiltempo weg. Und die Mädchen haben den Leuten das Mädona in den höchsten Tönen beschrieben, haben lebhaft mit ihnen diskutiert. Da war ich richtig gerührt!“

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