Notgedrungen wird der öffentliche Raum…

….zu einem Entfaltungsterrain für Jugendliche

Warum richten sich so viele Jugendliche im öffentlichen Raum ein – gleichsam wie in einem Wohnzimmer? Mit Bierflaschen, Zigaretten, Food ausgestattet; Abfall hinterlassend – und oft genug mit einer sichtbaren Scheiss-Drauf-Attitüde? Sind sie ausgesprochene Outdoor Freaks, die gerne Wind, Wetter und Abgasnebeln trotzen? Wohl eher nicht… Es mag paradox klingen, doch der öffentliche Raum stellt für viele Jugendliche eine private Zone dar, ein Rückzugsgebiet. Einen Ort, der weitaus weniger reguliert und definiert ist, als die Schule, der Lehrbetrieb oder das Elternhaus: Wo zudem kein Konsumzwang besteht, wo sie verweilen und ihre eigene Atmosphäre kreieren können. Der öffentliche Raum wird dabei zu einem Raum der Selbstverwirklichung, der Selbsterkundung und Selbstfindung; notgedrungen: Notgedrungen deshalb, weil dieses Draussen-Rumhängen auch einen echten Mangel zum Ausdruck bringt. - Einen Mangel an Innenräumen, in dem sich Jugendliche richtig entfalten können.

Von Christian Platz, BFA-Vorstandsmitglied

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