Ende 2008 meldete sich das Baudepartement - auf Hinweis des Neutralen Quartiervereins Hirzbrunnen – bei uns: Mit der erfreulichen Aufforderung, im Rahmen der Umgestaltung des Eglisee-Parkplatzes mitzudenken, der ja unmittelbar bei unserem Jugendtreff liegt. Wir packten die Chance also beim Schopf und brachten, mit Unterstützung des Quartiervereins, unsere Vorschläge ein, die dann auch zu einem grossen Teil berücksichtigt wurden. Allen Beteiligten ging es darum, die Attraktivität des gesamten Areals zu verbessern. Uns war es ein besonderes Anliegen, den Platz nicht ausschliesslich für unseren Treff, sondern auch für alle, etwa für PassantInnen sowie für Spiel- und Sportinteressierte offen und einladend zu gestalten.
Von Barbara Leko, Leitung Jugendtreff Eglisee
Pflanzen im Exil
Ende März 2010 wurde dann mit den Arbeiten begonnen. Da auch die Baumscheibe vor dem Treff, die wir in Patenschaft pflegen, verändert wurde, mussten wir - in Absprache mit der zuständigen Baufirma - unsere Rabatte evakuieren. Die Gärtnerei am Hirtenweg in Riehen bot uns auch dieses Mal Hand - und ein Exil für die Pflanzen. Auch sonst musste einiges anders also sonst angepackt werden: Büroarbeit und Sitzungen waren, bei all dem Lärm und Schutt der Arbeiten, nicht immer eine einfache Sache. Auch die Jugendlichen mussten ihren Weg zum Treff über den Notausgang antreten. Doch das Aushandeln, das Ausharren und das gute Zusammenspiel mit den fleissigen Arbeitern der Baufirma hat sich schliesslich gelohnt.
Neu mit vier Zugängen
Über vier Zugänge ist der neue und erweiterte Platz nun problemlos zu erreichen. Weiterhin kann er von allen auch als kleine Abkürzung zur Tramstation genutzt werden. Auf unsere Bitte hin wurden alle Treppen zum Tramtrassee neu mit Handläufen versehen: Diese stellen, gerade für betagte Leute, eine beträchtliche Erleichterung dar. Für sportlichere Menschen wurde das Areal in ein richtiges Spielfeld, komplett mit Markierungen verwandelt. Auf jeder Seite hat es nun ein Ballfangnetz und einen Basketballkorb. Der Platz ist jetzt belebter denn je: Er wird durch verschiedene Gruppen genutzt – von kleinen Kindern, die ihre ersten Fussballversuche machen, über Basketball-Freaks, bis hin zu Erwachsenen auf Rollerskates. Nach guter Pflege von professioneller Hand konnten auch die Pflanzen zurückkehren. Nun schmücken sie, zusammen mit wieder eingesetzten Jurasteinen, unser neues Gärtchen, das bei Jugendlichen und Erwachsenen grossen Anklang findet - und leider auch immer wieder, gleichsam magnetisch, herumfliegende Bälle anzieht...
Handfest mitwirken
Nicht zuletzt legen beim frisch installierten schmucken Sperrmüll-Bänkli zudem zwischendurch PassantInnen Rast ein. Ein Gewinn also für alle; auch für das gesamte Hirzbrunnen-Quartier. Was wir gerne noch auf der ungenutzten schmalen Seite installieren würden, wären ein bis zwei Elemente für das Skaten, damit könnte das Areal optimal von weiteren Gruppen genutzt werden. Ob mit dem, von uns beantragten, neuen Mülleimer - oben bei der Treppe - der Abfall (und zwar beileibe nicht nur jener der Jugendlichen) künftig besser entsorgt werden kann, wird sich noch zeigen müssen. Parallel zur Aussengestaltung nahmen wir im Inneren unseres Treffs bereits das nächste Projekt in Angriff: Die Neugestaltung der DJ-Ecke. Hier konnten die Jugendlichen ebenfalls mit Ideen, und nicht zuletzt handfest, mitwirken. Auch diese Neuerung kann sich sehen lassen: Aus einer vergitterten ominösen Kabine ist nun eine schick gerundete Theke geworden, die aufs Beste mit der Küchenbar harmoniert. Die vielen Verschönerungen, die seit dem letzten Jahr entstanden sind, die neue Küche, die Renovation des kleinen Raums und aktuell die Umgestaltung des Hauptraums, bringen einige Jugendliche dazu, den Treff als ihre neue Wohnung oder das neuste regionale In-Lokal in Betracht zu ziehen...
Ein sportlich-musikalisches Fest
Am Sonntag, 6. Juni, konnten wir den Platz und den verschönerten Innenraum mit einem sport-lich-musikalischen Fest einweihen. Neben verschiedenen DJ-Auftritten brachten drei Bands teilweise ungewohnte Klänge in den Treff. „Against The Rules“, bestehend aus zwei jungen Frauen - eine davon ist ehemalige Stammbesucherin unseres Treffs - hatten den dritten Auftritt ihrer eben erst begonnenen Karriere. „Rapertoire“ waren von uns nach ihrer überzeugenden Darbietung im PurplePark, Gundeli, vom Fleck weg engagiert worden. Mit „RapBau“ schlossen engagierte Routiniers unseren Konzertreigen. Auch wenn ein Platzregen unser Grillgut dauernd bedrohte und das Basketball-Feld leerte, die Stimmung war prima - und wurde halt einfach nur noch feucht-fröhlicher…
