No smoking!
Das Unternehmen „Mitte“ an der Gerbergasse war bei Inbetriebnahme vor 11 Jahren definitiv der Zeit voraus mit seinem „Fumare/Non Fumare“-Konzept. Bewunderns- und fast auch beneidenswert. Eine Trendwende in Sachen Rauch-Toleranz begann sich damals abzuzeichnen, ohne dass man die heutige Radikalität hätte vorausahnen können. Ab 1. April dieses Jahres braucht auch das Sommercasino eine taugliche und vor allem auch finanzierbare Lösung, um rauchende von nichtrauchenden Gästen trennen zu können.
Von George Hennig, Leiter Sommercasino und Mitglied der Geschäftsleitung
Die Lösung kann nur „outdoor“ liegen
Uns fehlen – wie vielen anderen Clubs – die räumlichen Voraussetzungen, um „inhouse“ ein taugliches „Fumoir“ einzurichten. Somit kann die Lösung für uns nur „outdoor“ liegen. Da ein Teil unseres Publikums dazu neigt, sich ausserhalb des Hauses mit selbst mitgebrachten - meist alkoholischen - Getränken zu versorgen, überlegten wir uns, wie wir diese Tendenz entschärfen, und die Leute trotzdem rauslassen können.
Mehrfach-Effekt
Nun haben wir - zunächst versuchsweise - den Weg auf die Veranda, inklusive einen Teil der Veranda mit Gittern und Plachen eingezäunt. Wer nun das somit erweiterte Soca-Areal verlassen möchte, muss also - wenn er/sie wieder rein will - noch einmal zahlen (was kaum jemand in Kauf nimmt). Oder man bleibt drin, was den Zugang zu ev. mitgebrachten soca-fremden Getränken erschwert, bzw. verunmöglicht.
Der Effekt ist somit ein mehrfacher:
- Unser „Outdoors-Fumoir“ wird von den RaucherInnen akzeptiert,
- der Trend zum „Alk-Picknick“ mit Fremdgetränken wird empfindlich gebremst, das „outdoors“-Szenario ist durch unser Sicherheits-Personal klar besser kontrollierbar als ohne Einzäunung,
- durchs Küchenfenster ist es möglich, den sich draussen aufhaltenden BesucherInnen Getränke zu verkaufen,
- und last but not least – die Plachen dämpfen die berüchtigten (und von vielen Restaurants in Wohngegenden gefürchteten) Sekundäremissionen sich draussen lautstark unterhaltender Gäste.
Für die definitive Umsetzung erhalten wir Support von BD-Projektleiter Theo Häring, was uns in der Idee bestätigt, und diese Lösung gewissermassen „offizialisiert“.
Eine kreative Gegenbewegung
Wie in vielen anderen Ländern wächst auch bei uns eine kreative Gegenbewegung heran, die das rigide No Smoking-Diktat wieder etwas mildern will. In einem Austausch mit Mitgliedern des Vereins „Kultur und Gastro“ zeigte sich, dass einige Konsequenzen auf Seiten der Gesetzgebung noch nicht fertig gedacht sind, Beispiel: Hat ein Sicherheits-MA Zutritt zum „Fumoir“ (in dem sich laut Gesetz kein Personal aufhalten darf), um die Sicherheit der Gäste zu garantieren? Die Antwort von Seiten der Verwaltung steht noch aus. Unsere Security darf jederzeit überall eingreifen. Wichtig für uns – wir sind gerüstet. Und wir sind sehr optimistisch, dass das Soca-Publikum unsere Massnahmen goutiert und uns weiterhin die Treue hält.
