Vorwort

Mut zu frischen Ideen und Konzepten – die BFA und der Geist der Veränderung

 

Wenn eine Organisation, die seit Jahrzehnten besteht, und in der vieles natürlich gewachsen ist, plötzlich von einem Geist der Veränderung, der Selbsthinterfragung, der Reorganisation erfasst wird, ruft dies mannigfaltige Situationen, Reaktionen, Innovationen auf den Plan: Einerseits ist so ein Wind, der Veränderungen bringt, wie dies momentan bei der BFA geschieht, erfrischend. Andererseits gibt es auch Momente, in denen dieser Wind eine beissende, kalte, scharfe Qualität annimmt. Dies alles haben die Mitarbeitenden und Vorstandsleute der BFA während des Organisationsentwicklungsprozesses, der nun viele heikle Entscheidungen notwendig macht, erlebt und erlitten. Während des Prozesses hat die Organisation auf allen Ebenen unter Volldampf weitergearbeitet, trotz knapper Ressourcen, mit hoher Flexibilität und Improvisationsbereitschaft – sowie Mut zu frischen Ideen und Konzepten.

 

Von Christian Platz, BFA-Vorstandsmitglied

 

Es gilt, entscheidende Chancen wahrzunehmen

 

Für mich stehen, bezüglich des Organisationsentwicklungsprozesses, der bei der BFA momentan wie ein Grundton durch alle Ebenen schwingt, vor allem folgende Gedanken im Zentrum: Das Wissen und die Ideen der Mitarbeitenden müssen in das Gesamtkonzept der Organisation schneller und stärker einfliessen können, die Ressourcenknappheit, welcher alle Beteiligten mit hohem und motiviertem Arbeitseinsatz stetig trotzen, muss thematisiert und angegangen werden, dies alles bei einem Klima des gegenseitigen Vertrauens – und verbunden mit stetigem „Empowerment“ der Mitarbeiterschaft. Ich denke, dass sich der BFA im Moment entscheidende Chancen bieten – und glaube, dass wir diese nun einfach wahrnehmen müssen. Die Organisation ist reif dafür und in der Lage dazu.

 

Im besten Sinne streitbar

 

Warum bin ich diesbezüglich zuversichtlich, obwohl der Prozess auch viel Reibung, so manchen Überdruss und kritische Situationen erzeugt? Die Art, wie die Organisation – und die BFA ist ein ganz schön komplexer Organismus - auf den Prozess reagiert, empfinde ich als positiv und gesund. Dabei ist es eben keineswegs so, dass die Zeit des Entwicklungsprozesses eine Auszeit gewesen wäre, ganz im Gegenteil: Die Mitarbeitenden haben ihren anspruchsvollen Arbeitsalltag, der dazu noch von andauernder Ressourcenknappheit geprägt ist, weiterhin hoch motiviert sowie in innovativer Art und Weise angepackt. Gleichzeitig erwiesen sie sich im Rahmen des Prozesses als eine Gruppe von Menschen, die mitdenken, vordenken, vorausdenken, die zudem urdemokratisch, engagiert – und im besten Sinne streitbar sind: Aus meiner Sicht bildet dies die beste Voraussetzung, um die Herausforderung der Zukunft gemeinsam anpacken zu können.

 

Zukunftsgerichtet

 

Zukunftsgerichtet sind unter anderem auch das neue Image des Jugendtreffs Gundeli, der nun „Purple Park“ heisst, die strukturelle Zusammenlegung unserer Treffs im Neubad und beim Bachgraben, die fortan unter dem Namen „Basel-West“ operieren – und natürlich die Erneuerung der Hompages aller BFA-Jugendtreffs, zu der Sie in diesem Newsletter einen Bericht finden. Ein weiterer Themenschwerpunkt betrifft ebenfalls die Vorarbeiten für künftige Entwicklungen: Die Vernetzung und Zusammenarbeit der BFA mit den Schulen und Hochschulen nämlich. Eine wichtige Baustelle, die im Zeichen geplanter Ganztagesstrukturen und des fachlichen Inputs der Praxisseite auf schulische Inhalte stehen. Mit der unmittelbaren Zukunft beschäftigt sich George Hennig, Leiter des Sommercasino: Sein Beitrag steht in Zeichen des Rauchverbots, das in Basler Beizen und Clubs ab dem 1. April 2010 gelten wird, und den vielfältigen Problemstellungen, die dieses Verbot mit sich bringt. Jugendberatung: Unverzagt trotz knappen Mitteln Weiter finden Sie in diesem Newsletter ein Porträt über die Jugendberatung der BFA, einem Angebot, das in Basel-Stadt einmalig ist, deshalb einen stets grossen Publikumsandrang bewältigen muss – und es geht dabei um ernste Fragen - dies ganz unverzagt tut: Mit 140 Stellenprozenten… Besonders ein Aspekt dieser Thematik rüttelt auf: Immer mehr junge Menschen suchen wegen ihrer, teilweise ganz schön hohen Schulden Rat – eine gesellschaftliche Herausforderung. Die Jugendberatung der BFA ist ein gutes Beispiel dafür, wie unsere Mitarbeitenden – mit permanenter Ressourcenknappheit im Nacken – sogar noch mehr leisten, als man von ihnen verlangen kann. Dass Mitarbeitende in einem solch anspruchsvollen Umfeld noch den Mumm für einen Veränderungsprozess mitbringen, muss einem einfach Respekt abnötigen.

 

PS. Mädona, unser beliebtes, stark frequentiertes Angebot für Mädchen und junge Frauen (auch dies übrigens das einzige seiner Art in Basel), sucht ein neues Domizil – am liebsten zentral im Kleinbasel gelegen. Wenn Sie von einem geeigneten Objekt hören sollten, lassen Sie es uns bitte wissen. Herzlichen Dank.