Jugendliche, Internet – und Verantwortung

Seit Oktober ist nun auch der Jugendtreff Hirzbrunnen als ‚JugiEglisee’ Mitglied in der Online Community ‚Festzeit’. Weshalb sollen sich JugendarbeiterInnen nun ebenfalls online bewegen - und die Jugendlichen damit womöglich noch mehr auf das zeitgenössische „Immer-auf-Draht-sein“ trimmen? Eine Arbeitsgruppe der Basler Freizeitaktion hat sich intensiv mit dem Thema Jugendliche und Internet, mit der Rolle und Verantwortung der JugendarbeiterInnen in diesem Zusammenhang auseinandergesetzt.

Barbara Leko, Leiterin Jugendtreff Eglisee/Hirzbrunnen


Virtuell heisst nicht ausserhalb der Realität
Online Communities wie Festzeit, Facebook, MSN usw. sind virtuelle Räume im Netz, in denen sich Jugendliche mit grosser Selbstverständlichkeit bewegen, wo sie sich mit anderen treffen, austauschen (z. B. Chat) und auch präsentieren (mit Fotos, Videos, Musik etc.). Virtuell heisst nicht ausserhalb der Realität, diese Räume sind Teil der Lebenswelt, in der sich Jugendliche erproben und entwickeln. Als JugendarbeiterInnen sollten wir über Kenntnis über diese Le-benswelten und Sozialräume verfügen – und auch hier nach Bedarf Ansprechpersonen sein.

Viele Schritte voraus

Unsere Festzeit-Mitgliedschaft entstand auch auf Wunsch der Jugendlichen und wurde mit ihrer Unterstützung realisiert. Mit einem eigenen Konto kann der Jugendtreff nicht nur auf sein Ange-bot aufmerksam machen, sondern darüber hinaus andere Kontakt-, Kommunikations- und Ver-mittlungsmöglichkeiten eröffnen und die Kreativität und Partizipation der Jugendlichen fördern. Diese sind ExpertInnen in ihrem Medium und den Erwachsenen oft viele Schritte voraus. Auf-gabe von uns Bezugspersonen kann es jedoch sein, sie auf die Gefahren (z. B. Suchttenden-zen oder schädigende Selbst- oder Fremddarstellung) und gesetzlichen Bestimmungen (keine strafbaren Handlungen wie z. B. Drohungen oder rassistische Äusserungen) aufmerksam zu machen und auch Schutzmöglichkeiten aufzuzeigen (etwa vor unlauteren Kontakten, Werbung oder auch Geldabzockerei).

Online und „offline“ verbunden
Dies bedeutet nicht, dass wir jetzt nur noch im Büro vor dem Computer sitzen und mit den Ju-gendlichen lediglich über das Netz Kontakt pflegen würden: Im Gegenteil lassen sich diese teils sehr persönlichen Einsichten und Begegnungen sehr gut nahtlos mit dem „Offline“-Treffleben verbinden. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen, die unser neuer Aufgabenbereich bringt und freuen uns über eine Bereicherung durch emsig „netzwerkende“ Jugendliche.