Tagesstruktur im BFA-Zentrum Dreirosen: Beliebtes Angebot, enorme Nachfrage

Niko Grubesa leitet seit Ende letzten Jahres die Tagesstruktur für Schülerinnen und Schüler der OS-Dreirosen. Dabei arbeitet er eng mit dem Schulbetrieb zusammen – und ist gleichzeitig Angestellter der Basler Freizeitaktion. Für den ausgebildeten Mittelschul-Lehrer ist diese Schnittstelle ein willkommener Einsatzort. Denn er kennt beide Welten sehr gut. Mit seinem Team zusammen betreut er - in den Räumen des grossen BFA-Zentrums im Kopf der Dreirosenbrücke - insgesamt 28 Kids. Das Angebot hat grossen Erfolg und generiert unter Eltern und Schülern massive Nachfrage. Es wäre wohl kein Problem, die doppelte Anzahl von Kindern zu betreuen – doch es fehlen die geeigneten Räume.

Von Christian Platz, Vorstandsmitglied der BFA


Niko Grubesa kennt das Umfeld
Als Jugendlicher verkehrte der sportliche junge Mittelschullehrer Niko Grubesa bereits im Kleinhüninger Jugendtreff der BFA. Dieser Treff ist inzwischen, zusammen mit der Freizeithalle, dem Riisbistro und der Tagesstruktur der OS-Dreirosen, die Grubesa heute leitet, im Kopf der Dreirosenbrücke untergebracht, wo Grubesa auch vorher schon eine Zeit lang gearbeitet hatte… Der Mann ist also für diesen Job eine echte Idealbesetzung: Zudem ist er im Quartier aufgewachsen, wohnt immer noch hier, kennt das Umfeld – und fühlt sich sichtlich in seinem Element.

Das Vermitteln von Sozialkompetenz
Niko Grubesa: „In meinem Lehrerjob ging es zu 80 Prozent um Wissensvermittlung - und gerade Mal zu 20 Prozent um die Vermittlung von Sozialkompetenz, Zusammenhalt und Persönlichkeitsentwicklung. Bei der Tagesstruktur verteilt sich dies ganz anders. Wir erledigen hier zwar mit den Kindern die Hausaufgaben – aber es bleibt auch viel Zeit für die Pflege sozialer Themen. Ich denke, dass dies heutzutage eine ganz wichtige Ergänzung zur Schule darstellt – und arbeite deshalb sehr gerne auf diesem Feld. Denn es ist doch so, dass sich Lehrerinnen und Lehrer immer öfter mit sozialen Problematiken konfrontiert sehen, diese aber im Schulalltag nur sehr bedingt auffangen könne, weil schlicht die Zeit dazu fehlt. Hier können wir eine notwendige Brücke bauen. Wir haben Spielraum für die Vermittlung von Sozialkompetenz.“ In diesem Zusammenhang kann Grubesa bereits von Erfolgerlebnissen berichten. Etwa von einem Jungen, der anfänglich immer ganz unruhig und schwierig war, der sich aber in der Tagesstruktur sehr positiv entwickelte. Neulich habe dieser Junge plötzlich liebevoll den Tisch gedeckt. Eine anrührende Erfahrung.

Steigender Raumbedarf
Sein Team besteht aus fünf Leuten, doch nur Grubesa selbst hat eine Hundert-Prozent-Stelle. Sie können 24 Kinder gleichzeitig betreuen, insgesamt sind 28 angemeldet, das geht gerade noch. Die Nachfrage nach Tagestrukturplätzen ist hier allerdings enorm, die Anzahl an Kindern könnte wohl leicht verdoppelt werden. Grubesa: „Mit der OS-Dreirosen zusammen, mit der wir übrigens eine hervorragende, enge Zusammenarbeit pflegen, die auf gegenseitigem Respekt beruht, haben wir verschiedene Lösungen gesucht. Es war etwa auch die Rede davon, in der Nähe des Brückenkopfes Container aufzustellen. Doch wäre dies niemals bewilligt worden.“

Ein breitgefächertes Programm
Die Schülerinnen und Schüler verbringen also zunächst ihre Mittagspause im Brückenkopf. Dabei werden sie vom Team des RiiBistro bekocht; Grubesa: „Die machen das super, berücksichtigen auch Wünsche und kulturelle Faktoren. So gibt es für Muslime natürlich nie Schweinefleisch – und unsere vegetarischen Kids sind auch sehr gut bedient.“ Am Nachmittag, nach der Schule, werden dann gemeinsam die Hausaufgaben bewältigt. Und zum Schluss gibt es immer noch eine Spiel- und Spasseinheit mit den Angeboten der Freizeithalle Dreirosen. An freien Nachmittagen wird den Schülerinnen und Schülern ein breitgefächertes sportliches und kulturelles Programm geboten, das in der warmen Jahreszeit oft unter freiem Himmel stattfindet.

Angenehme, interessante Synergien
Niko Grubesa: „Wir sind die Tagesstruktur, die am schnellsten gewachsen ist. Es freut mich, dass wir hier einen guten Mix aus Mädchen und Jungs, aus Schweizer- und Migrationskids haben. Letzteres ist in Basel übrigens keine Selbstverständlichkeit. Ich finde die produktiven Synergien, die aus dieser Zusammenarbeit zwischen der BFA und einer Schule entstehen, eine sehr wichtige und interessante Sache.“
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